Renaturierung und Wasserkraft gemeinsam denken
Der Bundesverband Deutscher Wasserkraftwerke (BDW) unterstützt das Ziel der EU-Verordnung zur Wiederherstellung von Ökosystemen und bringt sich konstruktiv in den Beteiligungsprozess zum Nationalen Wiederherstellungsplan (NWP) ein. Aus Sicht der Wasserwirtschaft bietet der Plan große Chancen – er braucht aber einen breiteren Blick, um sein volles Potenzial zu entfalten.
Der BDW gibt zu bedenken, dass der Rückbau von Querbauwerken allein nicht automatisch zu ökologischen Verbesserungen führt. Ohne gleichzeitige Wiederherstellung natürlicher Fließlängen und Auenstrukturen können sich Wasserretention, Hochwasserdynamik und Grundwasserspiegel ungünstig verändern. Wissenschaftliche Studien zeigen zudem, dass Wasserqualität und Nährstoffeinträge mindestens ebenso entscheidend für gesunde Gewässer sind wie die Durchgängigkeit.
Der BDW plädiert deshalb für einen integrierten Ansatz, der technische und naturnahe Maßnahmen gleichberechtigt berücksichtigt. Instrumente wie eine dynamische Stauhaltung können Auenanbindung verbessern, Hochwasserspitzen dämpfen und Niedrigwasserphasen abfedern – bei deutlich geringerem Flächenbedarf als reine Renaturierungsmaßnahmen. Wasserkraft, Trinkwasserversorgung und Klimaanpassung sollten dabei als wertvolle Partner der Ökologie verstanden werden, nicht als Hindernis.
Gerade für Bayern mit seiner gewachsenen Wasserkrafttradition liegt die Chance darin, Gewässerökologie und Wasserwirtschaft gemeinsam weiterzuentwickeln – zum Wohl von Natur, Mensch und Klima.
Die vollständige Stellungnahme des BDW zum Nationalen Wiederherstellungsplan steht hier zum Lesen und Download bereit.