Bundesverband Deutscher Wasserkraftwerke e.V. und Bundesverband Wärmepumpe e.V. suchen Schulterschluss bei der Nutzung von Gewässern für die Wärmewende

Der Bundesverband Deutscher Wasserkraftwerke (BDW) e.V. und der Bundesverband Wärmepumpe (BWP) e.V. wollen künftig enger zusammenarbeiten, um die Potenziale von Oberflächengewässern für die erneuerbare Wärmeversorgung besser zu erschließen. Beide Verbände sehen in der Kombination aus Wasserkraft, Gewässerwärme und Wärmepumpentechnologie eine große Chance, die Wärmewende effizient, regional, ökologisch wertvoll und klimafreundlich voranzubringen.

Insbesondere kleine und mittlere Gewässer sowie die bereits ca. 50.000 bestehenden wasserwirtschaftlichen Infrastrukturen bieten erhebliche Potenziale für die Versorgung von Quartieren, Kommunen, Industrie und Wärmenetzen mit erneuerbarer Wärme. Wärmepumpen können Umweltwärme aus Gewässern nutzen und damit fossile Energieträger in der Wärmeversorgung ersetzen. Gleichzeitig kann die Wasserkraft direkt vor Ort erneuerbaren Strom für den Betrieb der Anlagen rund um die Uhr bereitstellen.

Besonders bestehende und ehemalige Wasserkraftstandorte mit ihren Wehren und wasserbaulichen Anlagen bieten ideale Voraussetzungen für die Nutzung von Gewässerwärme. Dort bestehen häufig bereits Entnahmebauwerke mit den erforderlichen Fischschutz- und Reinigungsvorrichtungen sowie Nutzungsrechten, sodass zusätzliche Kosten und ein Gewässerausbau durch neue Bauwerke vermieden oder zumindest deutlich reduziert werden kann.

Historisch waren Orte der Gewässernutzung oft die Keimzellen von Städten, Gemeinden und industriellen Ansiedlungen. Noch heute liegen viele dieser potenziellen Wärmequellen daher in unmittelbarer Nähe zu bestehender Bebauung und Wärmebedarfen. Was früher Ausgangspunkt für wirtschaftliche Entwicklung und Besiedlung war und an vielen Orten noch ist, kann künftig zu einem wichtigen Ausgangspunkt der Wärmewende werden.

„Gewässer sind eine bislang unterschätzte, aber sehr hochwertige erneuerbare Wärmequellen. Gerade in Verbindung mit Großwärmepumpenanlagen können sie einen wichtigen Beitrag zur Versorgungssicherheit und zur Dekarbonisierung ganzer Städte leisten“, erklärt Dr. Martin Sabel vom Bundesverband Wärmepumpe e.V..

„Wasserkraftanlagen mit ihrer wasserwirtschaftlichen Infrastruktur können wertvolle Bausteine für integrierte Energiekonzepte sein. Wir sehen großes Potenzial darin, die Stärken beider Technologien zusammenzuführen“, betont Dr. Ronald Steinhoff, Vizepräsident des Bundesverbands Deutscher Wasserkraftwerke e.V..

Im Rahmen der Zusammenarbeit wollen beide Verbände insbesondere:

  • die Potenziale von Gewässern für Wärmepumpenanwendungen sichtbarer machen,
  • Hemmnisse im Genehmigungsrecht identifizieren,
  • gemeinsame Positionen für Politik und Verwaltung entwickeln,
  • Beispiele guter fachlicher Praxis aufzeigen und
  • den Austausch zwischen Betreibern, Anlagenherstellern, Kommunen und Planern stärken.

Ziel ist es, die Nutzung von Gewässerwärme in Deutschland schneller in die Umsetzung zu bringen und Synergien zwischen Wasserwirtschaft, Stromerzeugung und Wärmeversorgung zu nutzen.

Berlin, Juni 2026

 

 

 

 

 

Pressemitteilung