Neue Wege für eine nachhaltige Energienutzung zeigt das 6. Wasserkraftseminar am TUM Campus Straubing

    Mit großem Zuspruch aus Fachkreisen fand am 7. Oktober 2025 das 6. VWB- und LVBW-Wasserkraftseminar am TUM Campus Straubing statt. Bereits am Vormittag konnten die Teilnehmer eine innovative Aquathermieanlage in der Weihermühle in Essing besichtigen. Die Anlage, die mit dem Klimapreis des Landkreises Kelheim ausgezeichnet wurde, nutzt die modernisierte Wasserkraftanlage zur Wärmenutzung über Wärmepumpen. Damit wird ein ehemaliger Hotelgasthof, der im Zuge einer Kernsanierung zu 24 Wohneinheiten umgebaut wurde, nachhaltig mit Energie versorgt. Ein Beispiel, wie bestehende Kleinwasserkraftwerke durch intelligente Nachrüstung und Sektorenkopplung neue Bedeutung erlangen können.

    Das anschließende Seminarprogramm am TUM Campus Straubing umfasste Fachvorträge aus Wissenschaft und Praxis. In seinem Eingangsstatement betonte Prof. Dr. Josef Kainz, Professor für Energietechnik am TUM Campus Straubing: „Die Zusammenarbeit zwischen Wissenschaft und Praxis funktioniert in unserem Bereich hervorragend. Nur durch intensiven Austausch können wir die Nutzung regenerativer Energien weiterentwickeln und erfolgreich in die Praxis bringen."

    Wie viel Zukunft in der Wasserkraft steckt, zeigte der Vortrag von Dipl.-Ing. Christoph Pfeffer besonders eindrucksvoll. Er machte deutlich: Mit moderner Technik, neuen Konzepten und gezielter Erneuerung können selbst kleine Anlagen große Wirkung für Klima, Umwelt und regionale Energieversorgung entfalten. Die Wasserkraft erweist sich damit als stabile Grundlage für die Energiewende– zuverlässig, emissionsfrei und eng mit der Region verbunden.

    Auch die rechtlichen und formalen Rahmenbedingungen der Wasserkraftnutzung wurden thematisiert. Anian Pauli von der IHK für München und Oberbayern erläuterte, in welcher Form die bayerischen Industrie- und Handelskammern als Anlaufstelle in Wasserrechtsverfahren beteiligt sind. Die IHK unterstützt Antragstellerinnen und Antragsteller bei Genehmigungsverfahren, ordnet den wirtschaftlichen Beitrag von Wasserkraftanlagen ein und vertritt als Träger öffentlicher Belange die Interessen der Wirtschaft. Zugleich betonte Pauli die Notwendigkeit einer kooperativen Haltung der Behörden, die Unternehmen in Wasserrechtsverfahren aktiv beraten und begleiten sollten.

    Das vielseitige Programm umfasste darüber hinaus Themen wie „Aquathermie und kaltes Netz“, „Innovative Fischschutz- und Abstiegssysteme – von der Wasserkraftschnecke zur Fischabstiegsschnecke“ sowie den Vortrag von Thomas Krug (TU Graz) über die Energieversorgungssysteme der Zukunft. Krug zeigte auf, wie das europäische Stromnetz als hochkomplexes Verbundsystem funktioniert und welche neuen Herausforderungen sich durch den zunehmenden Anteil fluktuierender erneuerbaren Energien ergeben. Dabei wurde deutlich, welchen wichtigen Beitrag die Wasserkraft als planbare, stabile und gut regelbare Energiequelle zur Netzstabilität und Versorgungssicherheit leisten kann.

    Insgesamt wurde klar: Die Zukunft der Wasserkraft liegt in der intelligenten Verbindung von Tradition und Innovation – von der Modernisierung bestehender Anlagen über den Einsatz digitaler Technologien bis hin zur Integration in lokale Wärmenetze.

    Das Wasserkraftseminar wird jährlich von der Vereinigung Wasserkraftwerke in Bayern e.V. (VWB) und dem Landesverband Bayerischer Wasserkraftwerke eG (LVBW) in Kooperation mit dem TUM Campus Straubing veranstaltet.

    10.10.2025

    Pressemitteilung Wasserkraftseminar 2025