Gemeinsam stark für die bayerische Wasserkraft

    Mitgliederversammlung und Jahrestagung 2025 in München

    Engagement als Grundlage des Erfolgs

    Am 29. September 2025 fand im Münchner Augustiner Schützengarten die Mitgliederversammlung der Vereinigung Wasserkraftwerke in Bayern e. V. (VWB) statt.

    Erster Vorsitzender Fritz Schweiger eröffnete die Versammlung und dankte allen Mitgliedern, Beiräten, Vorstandskollegen und der Geschäftsstelle für ihre engagierte Arbeit. Nur durch das gemeinsame Wirken aller Wasserkraftvertreter können der Verband die Interessen der Wasserkraft erfolgreich vertreten. 

    Wie gut diese Zusammenarbeit bereits funktioniert, zeigte sich in der Anwesenheit der Vertreter des Schwesterverbandes LVBW eG, Hans-Peter Lang (Vorstandsvorsitzender) und Klaus Schuster (Aufsichtsratsvorsitzender). In einem kurzen Grußwort machte Hans-Peter Lang deutlich, dass die Aufgaben der Branche immer komplexer werden, neue Themenfelder hinzukommen – und dass diese Herausforderungen nur gemeinsam erfolgreich bewältigt werden können.

    Sowohl die Generalversammlung des LVBW eG als auch nun die Mitgliederversammlung der VWB beschlossen einstimmig, den gemeinsamen Weg fortzusetzen und die beiden Organisationen unter dem Namen „Wasserkraft Bayern e. V.“ zusammenzuführen. Damit entsteht eine vereinte Stimme der bayerischen Wasserkraft – mit rund 1.400 Mitgliedern, gebündelter Erfahrung und klarer Schlagkraft gegenüber Politik, Verwaltung und Öffentlichkeit.

    Geschäftsbericht und Rückblick

    Geschäftsstellenleiter Dr. Josef Rampl präsentierte den Geschäftsbericht. Er hob die zahlreichen Aktivitäten hervor, mit denen der Verband die Belange der Wasserkraft in Bayern sichtbar macht und politisch stärkt.
    Zu den Höhepunkten zählten:

    • das Wasserkraftseminar an der TU München mit Anlagenbesichtigung in Deggendorf,
    • das IHK-Seminar „Wärme aus Wasserkraft“ mit 120 Teilnehmern,
    • die Auftritte auf der RENEXPO 2025 in Salzburg,
    • die Beteiligung auf dem Wasserkraft Forum in der Gemeindezeitung,
    • die Arbeit in den Arbeitsgruppen zu Systemdienstleistungen und Sicherheit an Wasserkraftanlagen,
    • das Direktvermarktungsseminar,
    • sowie intensive Gespräche mit Landes- und Bundespolitik und Ministerien zur Entbürokratisierung und zu fischökologischem Monitoring.

    Auch in der Öffentlichkeitsarbeit zeigte sich die VWB aktiv und präsent. Durch die regelmäßige Kommunikation in den sozialen Medien und zahlreiche Beiträge in Fach- und Regionalpresse ist die Wasserkraft heute deutlich sichtbarer. Mit der Teilnahme an der TRUNA-Messe in Traunstein, den „Tagen der Wasserkraft“ sowie der Auszeichnung zweier Wasserkraftbetreiber als „Unterstützer im Team Energiewende Bayern“ wurde die Präsenz des Verbandes weiter gestärkt.

    Fusion zu „Wasserkraft Bayern e. V.“

    Ein zentrales Thema der Tagung war der geplante Zusammenschluss von VWB e. V. und LVBW eG. Die Mitglieder stimmten einstimmig dafür, dass Vorstand und Beirat die Gründung von „Wasserkraft Bayern e. V.“ vorbereiten und die Verhandlungen fortführen.

    Die neue Organisation soll Ende 2025 gegründet werden. Anfang 2026 treten die Mitglieder beider Verbände in den neuen Verein ein, 2026/27 folgt die formale Fusion. Beiträge und Mitgliedsdaten werden automatisch übertragen – für die Mitglieder ändert sich organisatorisch nichts.
    Die Entscheidung zur Vereinigung ist das Ergebnis der in den letzten Jahren gewachsenen, intensiven Zusammenarbeit beider Verbände. Gemeinsame Veranstaltungen, abgestimmte politische Positionen und eine enge Abstimmung auf Arbeitsebene haben gezeigt, wie stark VWB und LVBW bereits zusammenwirken. Der Schritt ist daher logisch und zukunftsorientiert – getragen vom Wunsch vieler Mitglieder, aber auch von Regierungsstellen ausdrücklich befürwortet. Durch den Zusammenschluss entsteht ein gemeinsamer Auftritt mit klarer Stimme, Doppelstrukturen entfallen, die Handlungsfähigkeit steigt deutlich. So entsteht ein einheitlicher Ansprechpartner für Politik, Behörden und Medien. „Nur gemeinsam können wir die Interessen der Wasserkraft in Bayern wirkungsvoll vertreten“, betonte Dr. Josef Rampl. Die neue Struktur schafft beste Voraussetzungen für eine starke Interessenvertretung und mehr Sichtbarkeit der Anliegen der Wasserkraft in Bayern.

    Politische Impulse und Grußworte

    Fritz Schweiger hob die Wasserkraft-Allianz hervor. Das enge Zusammenwirken mit starken Verbündeten aus angrenzenden Themenfeldern – darunter Vertreter der bayerischen Wirtschaft, des VBEW, großer Verteilnetzbetreiber und des Genossenschaftsverbands – sei ein zentrales Erfolgskriterium, um den Anliegen der Wasserkraft politisches Gewicht zu verleihen. Gerade im Dialog mit Behörden und Politik sei dieses Miteinander ein wichtiges Sprachrohr für die Branche. 

    Der Abbau von Bürokratie sei derzeit in aller Munde, doch vieles sei aus dem Ruder gelaufen. Das abgestimmte Handeln und der Schulterschluss mit anderen Verbänden helfe, klarer und wirksamer voranzukommen – um in politischen Entscheidungsprozessen mehr Gehör, Akzeptanz und Umsetzungsbereitschaft zu erreichen.

    Schweiger betonte: „Wir setzen uns weiterhin für eine auskömmliche Vergütung, die Anerkennung von Systemdienstleistungen und für realistische Rahmenbedingungen ein. Die Wasserkraft ist das Rückgrat der Versorgungssicherheit – und das muss endlich wieder anerkannt werden.“

    Im öffentlichen Teil sprachen Vertreter aus Politik und Wirtschaft über die energiepolitischen Herausforderungen der kommenden Jahre.

    MdB Dr. Andreas Lenz, wirtschafts- und energiepolitischer Sprecher der CDU/CSU Bundestagsfraktion, würdigte den offenen und verlässlichen Austausch mit der VWB. Die ideologische Ablehnung der Wasserkraft sei vorbei, sagte Lenz: „Wasserkraft ist Heimatenergie. Wir brauchen die gesicherte Leistung der Anlagen, um unsere Stromversorgung stabil zu halten.“ Bayern hatte einst 12.000 Wasserkraftanlagen, heute nur noch rund 4.200 – dabei stamme 60 % des bayerischen Wasserkraftstroms aus diesen. Die Politik müsse Genehmigungen beschleunigen und die Potenziale auch im Bereich Wärme besser berücksichtigen.

    MdL Walter Nussel, Beauftragter für Bürokratieabbau der Bayerischen Staatsregierung, forderte eine deutliche Beschleunigung der Verfahren. „Wir können uns bei der Grundversorgung keine jahrelangen Genehmigungsprozesse leisten“, betonte Nussel. Neue Gesetze sollten künftig Praxistests durchlaufen, bevor sie in Kraft treten. Entscheidend sei, dass das Bewusstsein für schnellere Abläufe auch in den zuständigen Landratsämtern und Vollzugsbehörden verankert werde.

    MdL Josef Lausch, energiepolitischer Sprecher der Freien Wähler, bezeichnete die Wasserkraft als „bayerischen Bodenschatz“. Dezentralität und Regionalität seien ihre größten Stärken. Bürokratieabbau bleibe aber eine Mammutaufgabe: „Wir brauchen beschleunigte Verfahren und einfache Anschlussgenehmigungen. Vorhandene Unterlagen müssen genügen, zusätzliche Nachforderungen sind nicht akzeptabel.“ Er sprach sich zudem für „Beschleunigungsgebiete Wasserkraft“, eine neue Vergütungsklasse unter 100 kW und die faire Berücksichtigung von Systemkosten aus.

    Fachlicher Input zum Thema Flexibilitätshandel

    Dr. Michael Bohlinger und Dr. Bernard Michel von den Lechwerken AG (LEW) zeigten in ihrem Vortrag, dass die Laufwasserkraft längst mehr als kWh-Erzeugung anbieten kann. Sie monetarisiert Intraday-Flexibilität, stellt Regelreserve bereit, stützt Spannung und Systemträgheit und wird in Kombination mit Speichern zum Systemakteur. Der Beitrag zeigte anhand von drei Beispielen, wie Betreiber ihre Anlagen organisatorisch und technisch so ausrichten können, dass Erlöspfade und Systemnutzen zusammenwachsen und zusätzliche Gewinne mit kleiner oder großer Laufwasserkraft erzielbar sind. 

    Blick nach vorn

    Die Herausforderungen bleiben groß: steigende Anforderungen im Natur- und Fischschutz, bürokratische Hürden bei Genehmigungen, unklare Vergütungsregelungen. Doch der Verband blickt optimistisch nach vorn. Mit einer starken Allianz, engagierten Mitgliedern und der geplanten Fusion zu „Wasserkraft Bayern“ ist der Weg in eine stabile Zukunft bereitet.

    29.09.2025